ME/CFS – Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches-Fatigue-Syndrom

Erschöpfte Frau liegt mit geschlossenen Augen auf dem Sofa und hält die Hand an die Stirn

In meiner Naturheilpraxis in Mainz betrachte ich ME/CFS aus Sicht der Umweltmedizin und der funktionellen Medizin. Meine Frage lautet: Was hält den Körper in diesem Zustand fest? Sehr oft finde ich die Antwort bei Schimmelpilzen, chronischen Infektionen, Umweltgiften und einer überaktiven Mastzellreaktion. Nach diesen Belastungen sucht die Routinediagnostik nicht.

Was ist ME/CFS?

ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom. Es ist eine schwere Erkrankung, die mehrere Systeme zugleich betrifft: Nervensystem, Immunsystem und Energiestoffwechsel. Das Leitsymptom ist die Belastungsintoleranz (Post-Exertional Malaise, PEM). Nach körperlicher, geistiger oder emotionaler Anstrengung verschlechtert sich der Zustand deutlich. Das geschieht oft erst mit einem Tag Verzögerung und hält Tage oder Wochen an.

Typische Beschwerden:

  • tiefe Erschöpfung, die sich durch Ruhe nicht bessert
  • Verschlechterung nach Belastung (PEM)
  • Schlaf, der nicht erholt
  • Konzentrations- und Wortfindungsstörungen („Brain Fog“)
  • Kreislaufprobleme im Stehen, Herzrasen (POTS)
  • Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen
  • Empfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und andere Reize
  • grippeähnliches Krankheitsgefühl, Halsschmerzen, empfindliche Lymphknoten

Häufige Auslöser in meiner Praxis

ME/CFS entsteht selten aus dem Nichts. In der Vorgeschichte meiner Patientinnen und Patienten finde ich fast immer einen oder mehrere Auslöser. Sie beschäftigen das Immunsystem dauerhaft und drosseln die Energieproduktion der Zellen.

Schimmelpilze und Mykotoxine: Feuchte Wohnungen, Wasserschäden, verborgener Schimmel hinter Verkleidungen oder im Keller. Schimmelgifte blockieren die Mitochondrien, belasten Leber und Nervensystem und halten Entzündungen aufrecht. Oft ist der Schimmel nicht zu sehen, und die Betroffenen ahnen nichts davon.

Chronische Infektionen und Parasiten: Viren wie Epstein-Barr, HHV-6, Cytomegalie-Virus oder SARS-CoV-2. Bakterien wie Borrelien, Bartonellen, Chlamydien und Mykoplasmen. Parasiten wie Babesien, Toxoplasmen, Spulwürmer (Askariden) oder Strongyloides. Heilen diese Infektionen nicht vollständig aus, bleibt das Immunsystem in Alarmbereitschaft. Viele Verläufe beginnen mit einem Infekt, von dem sich der Körper nie ganz erholt hat.

Umweltgifte: Schwermetalle wie Quecksilber, Blei oder Cadmium, außerdem Lösemittel, Weichmacher und Pestizide. Sie reichern sich im Gewebe an und stören die Entgiftung, das Hormonsystem und den Zellstoffwechsel.

Mastzellaktivierung (MCAS): Schimmel, Infekte und Umweltgifte versetzen die Mastzellen des Immunsystems in Daueralarm. Sie schütten dann ungebremst Histamin und andere Botenstoffe aus. Die Folgen sind Kreislaufprobleme, Herzrasen, Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln und Medikamenten, Hautreaktionen, Kopfschmerzen und Brain Fog. Bei vielen meiner ME/CFS-Patienten ist MCAS der Grund, warum schon kleine Reize heftige Reaktionen auslösen.

Meist wirken mehrere dieser Faktoren zusammen: Schimmel schwächt die Abwehr, ruhende Viren werden wieder aktiv, die Mastzellen geraten außer Kontrolle, und eine anlagebedingt schwächere Entgiftung ist überlastet (mehr dazu unter Epigenetik). Dieses Zusammenspiel zu entwirren, ist der Kern meiner Arbeit.

Diagnostik – gezielt suchen statt raten

Vor dem ersten Termin erhalten Sie einen ausführlichen Anamnesebogen. Er hilft mir herauszufinden, was Sie wirklich belastet. Im Erstgespräch gehen wir Ihre Beschwerden und Ihre Vorgeschichte dann gemeinsam durch. Wann hat es begonnen? Gab es einen Infekt, einen Umzug, einen Wasserschaden oder eine Renovierung? Wie sehen Wohnung und Arbeitsplatz aus? Oft liefern Bogen und Gespräch schon die entscheidenden Hinweise. Bringen Sie vorhandene Laborbefunde gern mit. Ich beziehe sie ein, damit keine Untersuchung doppelt gemacht wird.

Darauf aufbauend lasse ich in spezialisierten Fachlaboren gezielte Untersuchungen machen, zum Beispiel:

  • Schimmelgifte (Mykotoxine): Im Blut messe ich die Antikörper, die das Immunsystem gegen Schimmelgifte bildet (IgG und IgE). Sie zeigen, mit welchen Giften sich Ihr Körper auseinandersetzt. Bei Bedarf teste ich Mykotoxine auch im Urin.
  • Erregerdiagnostik für Viren, Bakterien und Parasiten, auch mit zellulären Immuntests
  • Schwermetalle und weitere Umweltgifte
  • Energiestoffwechsel und Funktion der Mitochondrien

Welche Untersuchungen sinnvoll sind, lege ich für jede Patientin und jeden Patienten anhand der Vorgeschichte fest. So entsteht ein Befundbild, das zeigt, wo die Belastung tatsächlich liegt.

Mein Schwerpunkt ist die Suche nach den Ursachen. Werte, die das Krankheitsbild selbst belegen, bestimme ich auf Wunsch mit. Dazu gehören GPCR-Autoantikörper (gegen β-adrenerge und muskarinerge Rezeptoren) sowie Werte zur Mastzellaktivierung und zum Histaminabbau wie Tryptase, Histamin, Leukotriene im Urin und HNMT. So fließt das Laborbudget in erster Linie dorthin, wo es die Behandlung weiterbringt.

Therapie – Belastungen abbauen, Regeneration ermöglichen

Die Behandlung richtet sich nach den Befunden und folgt einer klaren Reihenfolge.

Raus aus der Belastung. Der erste und wichtigste Grundsatz der Umweltmedizin lautet: Die Exposition muss aufhören. Solange Schimmel, Schadstoffe oder andere Giftquellen weiter einwirken, kann sich der Körper nicht erholen. Deshalb suchen wir zuerst die Quellen in Wohnung, Arbeitsplatz, Ernährung und Alltag und beseitigen sie. Ich begleite Sie bei den richtigen Schritten.

Mastzellen beruhigen. Wenn die Mastzellen überaktiv sind, stabilisiere ich sie früh, mit einer histaminarmen Ernährung und mastzellstabilisierenden Mitteln. So vertragen meine Patienten die folgenden Schritte besser, vor allem die Ausleitung.

Ausleiten und entlasten. Mit Bindemitteln und durch Unterstützung von Leber, Galle und Darm leite ich gespeicherte Giftstoffe gezielt aus. Bei nachgewiesener Schwermetallbelastung kommt die Chelattherapie dazu.

Infektionen und Schimmelbesiedlung behandeln. Chronische Infektionen und eine Besiedlung des Körpers mit Schimmelpilzen behandle ich gezielt, mit naturheilkundlichen und allopathischen Mitteln, die gegen die jeweiligen Erreger wirken. Dazu kommen Mittel, die das Immunsystem regulieren. So senke ich die Erregerlast und bringe das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht.

Das Tempo bestimmt Ihr Körper. Menschen mit ME/CFS reagieren empfindlich. Deshalb dosiere ich Ausleitung und Erregerbehandlung behutsam und passe sie laufend an Ihre Reaktion an. Bei aktiver Mastzellaktivierung beginne ich besonders niedrig dosiert.

In der Praxis oder per Video

Wer schwer betroffen ist, schafft den Weg in die Praxis oft nicht. Darum biete ich neben Terminen in Mainz auch die Videosprechstunde an. Erstgespräch, Befundbesprechung und Verlaufstermine können Sie so von zu Hause aus wahrnehmen.

Der erste Schritt

Wenn Sie noch Fragen haben, vereinbaren Sie gern einen kurzen Rückruftermin. Ansonsten können Sie Ihren Termin auch direkt online buchen.

Rechtlicher Hinweis:

Alle hier vorgestellten Diagnose- und Behandlungsmethoden sind Verfahren der naturheilkundlichen Erfahrungsmedizin, die nicht zu den allgemein anerkannten Methoden im Sinne einer Anerkennung durch die Schulmedizin gehören. Alle getroffenen Aussagen über Eigenschaften und Wirkungen sowie Indikationen der vorgestellten Verfahren beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungswerten in der jeweiligen Therapierichtung selbst, die von der herrschenden Schulmedizin nicht geteilt werden.

Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ein Heil- oder Erfolgsversprechen wird ausdrücklich nicht gegeben.

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